400mm-Zoom-Duell

Ich steige um. Mein „trusty old“ 100-400 Zoom-Objektiv (Canon EF 100-400 f/4.5-5.6 L IS) weicht dem neuen 70-200 2.8 von Canon (Canon EF 70-200 f/2.8 L IS II). Da ich aber auf die 400 mm Brennweite nicht ganz verzichten möchte, kommt an dem neuen Objektiv der Canon 2x Extender (Canon Extender 2x III) zum Einsatz. In der Theorie ergibt sich so bei der maximalen Brennweite von 400 mm eine Offenblende von f5,6, genau wie beim 100-400. Die Frage ist nun, ob die eine Variante der anderen überlegen ist.

Bevor ich also nun das 100-400 mm Objektiv verkaufe, habe ich es gegen die neue Kombination des 70-200 x2 antreten lassen. Nicht im Labor und auch ohne umfangreiche Praxistests, sondern im Schnelltest zu Hause.

Zunächst habe ich beides auf dem Stativ getestet. „Model“ war ein Kuscheltier meiner Tochter, welches ich auf die Fensterbank gesetzt hatte. Als Kamera kam die Canon 5D Mark II bei ISO 400 zum Einsatz; Belichtung jeweils manuell auf die gleichen Werte eingestellt, fokussiert wurde ebenfalls manuell über LiveView bei 10x Vergrößerung. Den Bildstabilisator habe ich abgeschaltet. (Der Fokus sitzt hier nicht exakt auf der gleichen Stelle, trotzdem denke ich, dass die Bilder als Vergleich taugen).

Gezeigt wird ein 100 % Crop direkt aus Lightroom ohne irgendwelche Bearbeitungen, einmal mit Offenblende f5,6 und einmal abgeblendet auf f8 (für 100 % Ansicht bitte klicken):

Blende 5.6

Blende 8

 

Zu Guterletzt noch jeweils eine Freihandaufnahme. Diese aufgrund des schlechten Lichtes heute nur bei Offenblende f5,6 (ich wollte nicht mit dem ISO Wert noch weiter hochgehen). Hierbei habe ich jeweils den Bildstabilisator am Objektiv wieder eingeschaltet.

Freihand Blende 5.6

Fazit

Ich kann letztendlich keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Varianten feststellen. Auch was die Autofocus-Performance angeht, konnte ich in der kurzen Zeit keinen Unterschied feststellen. Natürlich ist dieser Test aufgrund der geringen Anzahl von Versuchen nicht wirklich repräsentativ. Dennoch hat der 2x Extender besser abgebildet, als ich erwartet hatte. Das Fazit für mich: ich kann beruhigt mein 100-400 verkaufen.

 

 

 

Rauschduell bei ISO 6400

Ich habe mir kürzlich eine Panasonic Lumix GX-7 zugelegt, die meine Olympus PEN EP-3, die ich die letzten zweieinhalb Jahre benutzt habe, ersetzt. Nachdem die Olympus sich nicht unbedingt durch rauscharme Bilder bei höheren ISO Werten ausgezeichnet hat, wollte ich nun einmal sehen, was die Neue leisten kann. So habe ich heute abend mit beiden Kameras aus dem offenen Fenster heraus auf die Straße herausfotografiert und parallel noch die gleiche Aufnahme mit meiner Canon Vollformat DSLR als Referenz aufgenommen. Alles bei Weitwinkel 28 mm Äquivalent bei Offenblende bei ISO 6400. Dargestellt jeweils 100 % Crops der RAW-Dateien direkt aus Lightroom 5 heraus.

Zunächst die Olympus im Vergleich zur Canon (klicken für 100 % Ansicht). Hierzu muss ich glaube ich nichts mehr sagen, nur so viel: das Nummernschild des Mercedes musste ich bei dem Olympus Bild nicht mehr unkenntlich machen.

5DMKII_vs_OlympusEP3

Anders verhält es sich hingegen mit der Lumix GX-7. Diese hat bei ISO 6400 zwar erkennbares Rauschen. Dieses ist jedoch sehr angenehm und das Bild ist gut verwendbar. Im Vergleich mit der Vollformat Kamera zeigt sich nur ein geringfügig höheres Rauschen, was mich dann doch sehr überrascht und gefreut hat. Tatsächlich haben sich die kleinen Sensoren in den letzten Jahren doch enorm weiterentwickelt, was das Rauschverhalten angeht. Noch ein paar Gründe mehr, sich eben nicht für einen 10 kg Fotorucksack mit DSLR und zig Objektiven zu entscheiden, sondern bequem die „Kleine“ dabeizuhaben.

5DMKII_vs_LumixGX7

Fischauge sei wachsam

 

Ich habe mir über die e-Bucht ein gebrauchtes Peleng-Fisheye (genauer: 8 mm, f3,5, zirkular mit Canon-EF-Bajonett) gekauft. Ich will hier einmal kurz die ersten Erfahrungen mit dieser Optik schildern.

Es handelt sich bei dem Objektiv um ein Weißrussisches Russisches Fabrikat; offenbar gebaut, um einen Atomerstschlag zu überstehen: Das Objektiv ist wie ein Panzer gebaut: alles aus Metall und aus dem Vollen gefräst.

Das Objektiv ist voll manuell, das heißt, es besitzt einen Fokusring und einen Blendenring. Wenn man nicht gerade Objekte im Vordergrund hat, die scharf sein sollen, funktioniert das Fokussieren auf unendlich sehr gut. Direktes anfokussieren nur mit Hilfe des Sucherbildes ist allerdings schwierig. Einfacher ist es da, die Entfernung zu schätzen und diese am Ring einzustellen. Die Tiefenschärfe bei 8 mm ist ohnehin sehr groß.

Was die Blende angeht, kann man es standardmäßig auf Blende 8 oder 11 abgeblendet lassen. Bei Offenblende zeichnet das Objektiv sich nicht gerade durch Schärfe aus. Bei Innenaufnahmen ist also ein Stativ anzuraten, wenn man nicht den ISO-Wert hochschrauben möchte. Bei der Belichtungsmessung mittels der Kamera muss darauf geachtet werden, dass der Ring hinter dem Blendenring in Position „Lock“ gestellt wird: damit schließe ich die Blende auf den eingestellten Wert. An der Kamera kann ich dann mit „M“ oder „Av“ arbeiten. Die automatische Belichtung bei „Av“ funktioniert gut, vorausgesetzt ich habe die Blende am Objektiv auch auf „Lock“ gestellt. (Die Kamera selbst zeigt als Blendenwert nur „00“ an.)

Alles in allem also ein guter erster Eindruck, vor allem für den günstigen Preis.

Der erste Wermutstropfen (um nicht zu sagen: Adrenalinschuss) erfolgte dann allerdings, als ich das Objektiv zum ersten Mal an meine EOS 5D Mark II anschloss. Dass das Bajonett ein wenig wacklig sitzt, mag noch zu verkraften sein. Was mir allerdings die Schweißperlen auf die Stirn trieb: der Spiegel blieb beim Auslösen an der Hinterseite des Objektivs hängen. Glücklicherweise hat es die Kamera überstanden. Das Objektiv ragt hinten so weit in das Gehäuse hinein, dass der Spiegel nicht frei klappen kann. Dies also bitte als eine eindeutige Warnung verstehen!

Das Ergebnis ist dann allerdings schon faszinierend: ein Zirkular-Fisheye wirft ein kreisrundes Bild auf den Sensor (Bild von meinem Balkon aus geschossen).

 

Wie kann ich aber jetzt kreisrunde Bilder schießen, ohne dass ich meinen Spiegel ständig in Gefahr bringe? Ich habe die Kamera ohne Objektiv drauf eingeschaltet, den LiveView Modus angeschaltet, dann das Objektiv aufgesetzt und das Foto gemacht. Dann vor dem abschalten (oder auch Wechseln des Modus!) das Objektiv wieder abnehmen! Nicht ganz unumständlich … Das Bildergebnis selbst zeigt im Randbereich zum einen einiges an Unschärfe; zum anderen auch Reflexe: wahrscheinlich teilweise dadurch verschuldet, dass das Objektiv keine Streulichtblende besitzt. Der direkte Randbereich ist also im Grunde nicht verwendbar.

Also eine Idee: ich setze das Fisheye auf meinen Kenko Telekonverter 1,4x. Der Vorteil: keine Gefahr mehr für den Spiegel. Der Nachteil: weniger Bildausschnitt. In Sachen Bildschärfe konnte ich keinen Unterschied zu mit oder ohne Telekonverter erkennen (das kommt natürlich auf den Telekonverter an).

 

Diese Art der Verwendung ist also vom Bildausschnitt her vor allem für Panoramas gut geeignet, da links und rechts nichts von dem ursprünglichem Kreis abgeschnitten wird.

Als nächstes habe ich das Objektiv auf meine EOS 40D gesetzt (ohne Telekonverter). Durch den Cropfaktor von 1,6 besitzt die 40D einen deutlich kleineren Spiegel: hier gibt es keine Gefahr der Beschädigung. Das Ergebnis zeigt dann, dass von der kreisförmigen Abbildung ein rechteckiger Ausschnitt bleibt, wenn auch mit deutlicher Vignettierung. Der Ausschnitt ist kleiner als der mit Telekonverter an der Vollformat-Kamera.

 

An Kameras mit Crop-Faktor ist das Objektiv also problemlos nutzbar. Die interessanten Verzerrungseffekte bleiben bestehen und der Beschnitt am Rand ist doch so gering, dass man fast immer noch ein 180° Panorama erhält. Die Ränder, die hier abgeschnitten werden, würde man aufgrund der Unschärfe hinterher vermutlich ohnehin wegschneiden.

Hier noch zwei Bilder, die ich mit der 5D Mark II + 1,4x Telekonverter + 8 mm Fisheye geschossen habe:

 

Fazit: Ein schönes Spielzeug zu einem guten Preis, allerdings mit einigen Einschränkungen (insbesondere das Spiegel-Problem an der Vollformat-Kamera). In wieweit ich das Objektiv tatsächlich im „Produktiveinsatz“ haben werde, wird sich noch zeigen. Ich werde vor allem im Architekturbereich sicherlich noch einige Versuche machen.

Homepage fertig, Meister!

Nachdem ich vor einiger Zeit meine Homepage nach noch längerer Brache wieder mit Leben füllen wollte, entschied ich mich, diese komplett von Hand zu programmieren. Mit dem Ergebnis war ich nie wirklich zufrieden, insbesondere nicht mit der Art, wie ich Fotos einbinden konnte. Wenn man manuell im Quellcode herumfuhrwerkt ist das Ganze außerordentlich zeitaufwändig.

Letzte Woche warf ich durch Zufall wieder einmal einen Blick auf WordPress und staunte nicht schlecht, was sich seit der letzten Version, die ich kannte (1.x) dort getan hatte. Ich musste nicht lange überlegen und startete quasi per sofort mit dem neuen Aufbau meiner Seite. Das Ergebnis ist hier direkt zu sehen: in kürzester Zeit hatte ich eine Homepage, die deutlich einfacher zu verwalten und noch deutlich ansprechender im Design war.

Insbesondere gefällt mir die Integration mit Flickr über ein entsprechendes Plugin, so dass ich meine Fotos nicht mehrfach online verwalten muss — noch einmal mehr Zeit gespart. Ich bin mal gespannt, was noch so alles geht …

Ich hatte insbesondere auch gar nicht geplant, wieder Artikel zu schreiben, aber da das hier nun als „Nebenprodukt“ abfällt … mal sehen, ob mir doch mal ein paar interessante Themen einfallen.